Tarot
Das Tarot ist kein Orakel, das die Zukunft vorhersagt: Es ist ein Spiegel, der widerspiegelt, was bereits in Ihnen geschieht. Seine 78 Karten bilden ein universelles Vokabular, geschöpft aus dem kollektiven Unbewussten: Jedes Bild spricht etwas Tiefes, Wiedererkennbares an. Sie brauchen keine besondere Gabe, um Tarot zu lesen. Sie müssen nur seine Sprache lernen.

Ein vollständiges Tarotdeck hat 78 Karten, aufgeteilt in zwei große Familien. Die 22 Großen Arkana, vom Narren (0) bis zur Welt (XXI), repräsentieren die großen Lebenskräfte und -themen: die Liebe mit den Liebenden, den Wandel mit dem Rad des Schicksals, die Transformation mit dem Tod. Es sind die symbolisch am stärksten aufgeladenen Karten. Die 56 Kleinen Arkana behandeln den Alltag: Sie sind in vier Farben unterteilt: Stäbe (Feuer, Handlung, Ehrgeiz), Kelche (Wasser, Emotionen, Beziehungen), Schwerter (Luft, Denken, Konflikt) und Münzen (Erde, Materie, Geld). Jede Farbe geht vom Ass bis zur Zehn und hat dann vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin, König.
Die 3-Karten-Legung ist der beste Einstiegspunkt für Anfänger. Nehmen Sie das Deck in Ihre Hände, denken Sie an eine Situation, die Sie beschäftigt, mischen Sie langsam. Ziehen Sie drei Karten verdeckt und drehen Sie sie eine nach der anderen um. Die erste verweist auf das, was zur Vergangenheit oder zu den Ursachen der Situation gehört. Die zweite spricht von der Gegenwart, der gerade wirkenden Energie. Die dritte öffnet einen Blick auf eine mögliche Zukunft, eine Richtung, die es zu erkunden gilt. Betrachten Sie die Bilder, bevor Sie die Bedeutungen nachschlagen: Ihre instinktive Reaktion ist immer aufschlussreich.
Braucht man hellseherische Gaben, um Tarot zu lesen?
Überhaupt nicht. Tarot funktioniert als symbolisches System: Sie lernen die Bedeutung der Karten und deuten sie dann in ihrem Kontext. Die Intuition entwickelt sich mit der Übung, ist aber keine Voraussetzung. Die besten Leser sind zuerst gute Beobachter, aufmerksam für Nuancen und Verbindungen zwischen den Karten.
Welches Tarotdeck soll man für den Anfang wählen?
Das Rider-Waite-Smith (1909) wird universell für den Einstieg empfohlen. Seine figürlichen Illustrationen auf jeder Karte (einschließlich der Kleinen Arkana) erleichtern die intuitive Deutung enorm. Die meisten Bücher und Standardwerke beziehen sich auf dieses Deck. Sobald Sie es beherrschen, können Sie andere, künstlerischere Decks erkunden.
Verändert eine umgekehrte Karte alles?
Umgekehrte Karten (auf dem Kopf gezogen) sind eine optionale Deutungsebene. Werden sie berücksichtigt, zeigen sie in der Regel eine blockierte, verinnerlichte oder in Integration befindliche Energie an, nicht zwangsläufig etwas Negatives. Als Anfänger können Sie Umkehrungen zunächst ignorieren und sich auf die aufrechten Bedeutungen konzentrieren.
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